Bielefeld

Man kann nachts um halb vier durch Bielefeld laufen und dabei fast keinen Menschen begegnen. Ein Paar, ein Mensch ohne Obdach, ein Mensch auf dem Rad. Das war's. Autos zählen nicht. Autos, die durch die Nacht schleichen, sind wie eigenständige Wesen. Auf den parkenden glitzern feine Perlen. Es muss genieselt haben vor einer Weile. Ganz zart. Straße und Gehweg sind trocken. Die Luft ist mild und frisch. Sie duftet, mitten in der Stadt duftet sie.

Es ist so leer und friedvoll, dass selbst ein anfahrendes Mofa in der Ferne von der nächtlichen Kulisse als natürlicher Bestandteil aufgenommen wird. Endlich Ruhe, denke ich. Eine Ruhe, die bleierne Müdigkeit so betten kann, dass Schlaflosigkeit erträglich wird.