Bon Bon aus wurst

„Das Auge isst mit.“ – Das scheint häufig die oberste Maxime beim Lebensmittelkauf zu sein. Insbesondere gilt das für Erzeugnisse tierischen Ursprungs. Im Optimalfall kann zwischen dem Endprodukt und seiner Quelle keinerlei Zusammenhang mehr hergestellt werden. Passionierte Fleischliebhaber*innen argumentieren gern damit, dass der Mensch schon immer ein Fleischfresser gewesen sei. Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Zeiten liegt allerdings darin, dass das er das Tier, dessen Fleisch er verzehren will, nicht mehr selbst jagen, schlachten, zerlegen und vollständig verwerten muss. Stattdessen holt man sich die begehrtesten Teile steril verpackt und oft bis zur Unkenntlichkeit verarbeitet bequem aus der Kühltheke. So muss kein Gedanke mehr an unangenehme Fragen verschwendet werden. Dem Anblick der Teile des Tieres, die als eklig und ungenießbar gelten, muss man sich nicht mehr stellen. Um auf diese wachsende Unbedachtheit aufmerksam zu machen, bediene ich mich in diesem Projekt der Überspitzung.

(Danke Helge.)