Schlangen sind in ihrer Deutung variabel

Wenn es mir schwer fällt, ein Thema zu greifen, hilft mir oft die Etymologie weiter. Nicht so beim Wort Neid. Der tatsächliche Ursprung ist unsicher, und ansonsten hagelt es Begriffe wie Hass, Missgunst, Streit, Feindschaft, Verdruss, Grimm, Groll. Auch jenseits der Wortwurzeln wird’s nicht netter. Sünde, toxisch, zerstörerisch, Egoismus, Narzissmus, diverse weitere unschöne -ische und -muse, und dieses furchtbar beklemmende Bild von Giotto di Bondone: Eine Schlange als Neid zerfrisst den Menschen von innen. Von Dürers Darstellung – auch hier ist die Schlange vertreten, nur weniger einsam – fange ich gar nicht erst an. Dix lässt die Schlange weg und malt stattdessen dem ohnehin schon hässlichen Neid nachträglich ein Hitlerbärtchen*. Mit anderen Worten: Neid hat keinen besonders guten Ruf. Neidischer Mensch = schlechter Mensch scheint die pauschale Formel. Wer neidet, ist ein unglücklicher Mensch, eine verkommene, bemitleidenswerte Gestalt.

 

Ich glaube an Differenzierungen. Bestimmt mag es Menschen geben, die absolut frei von Neid sind. Vermutlich sind es sehr wenige. Umso bedenklicher die Tabuisierung. Das kennt man von anderen tendenziell negativen Empfindungen. Am besten geht’s allen immer super. Schließlich lebt man in einer privilegierten Position. Beschwerden gelten da schnell als „Luxusprobleme“ und Hohn gegenüber Menschen, denen es „wirklich schlecht geht“. Abgesehen von der Schwammigkeit dieser Formulierungen sind Teile davon natürlich wahr – bis zu einem gewissen Punkt, dessen Koordinaten zwar relativ schwer zu bestimmen sind, über den sich aber wenigstens so viel sagen lässt: Es sollte mir keinesfalls besser gehen, weil es anderen schlechter geht – denn das wäre zynisch und makaber obendrein. Alle eigenen Empfindungen für nichtig erklären, sie permanent kleinreden oder gar anderen auf diese Weise begegnen – das halte ich für gefährlich. Denn das führt nicht nur dazu, dass man die Frage „Wie geht's dir?“ irgendwann kaum noch beantworten kann, weil der Zugang zur eigenen Gefühlswelt verloren gegangen ist, es zapft irgendwann auch das Empathiekonto an und führt  weiter in Richtung ungesunde Leistungsdenke. Das alltägliche Drama allerdings entschwurbeln und austarieren, indem man ein bisschen Verhältnismäßigkeit unter das Grübeln mischt: gute Sache. 

 

Ich bade manchmal in meinen negativen Gefühlen, denn das machen Romantiker*innen so. Was gibt’s Schöneres, als bei Musik und Kerzenschein – ausgepustetes Streichholz! – so richtig tief im melancholischen Geheul eines Herbststurms zu versuppen und der Nostalgie zu frönen, dass das Hirn nur so überquillt vor memento-mori-mood. Oder: Geil, heute einmal alles und jeden grundsätzlich ätzend finden, mich selbst inbegriffen – mit Bitterschokolade und ungesund viel Kaffee. Mit Ekel lässt sich schön spielen und ungefährliche Dissoziationen kann ich aussitzen und danach darüber pseudophilosophieren. Gut, bei Zorn wird’s allmählich weniger glamourös, und meine Ängste abzufeiern fällt mir noch immer schwer – ich wüsste auch gar nicht, mit welcher ich die Fete eröffnen sollte und meistens ist’s eine Überraschungsparty. Aber immerhin lasse ich beides, Zorn und Angst, so gut ich kann zu, schäme mich nicht mehr – okay… kaum noch – und versuche zu verstehen. Das alles kann ich fühlen, benennen und abwägen, meistens jedenfalls. Neid dagegen arbeitet im Hintergrund. Eine Art Schattengefühl, das zwischendurch unangenehm piekt und zwickt.

  

Um an dieser Stelle nochmal zum Wort selbst zurückzukommen: Es gibt drei Begriffe, die einander ähneln. Neid, Missgunst und Eifersucht. Immer, wenn Eifersucht synonym zu Neid verwendet wird, weint eine meiner Synapsen. Eifersucht bezieht sich auf zwischenmenschliche Beziehungen und beschreibt die Angst, einen Menschen in irgendeiner Form (an einen anderen) zu verlieren. 

... Was dann genau aus dieser Angst heraus passieren kann, wenn sie sich verselbstständigt. Darüber findet man viele Bücher und bestimmt auch einige eigene spannende Gedanken, wenn man will. Ich muss meiner Eifersucht nach wie vor gut zureden, damit sie sich nicht künstlich aufregt. Das wird wohl auch so bleiben, denn – und da haben Eifersucht und Neid eine Schnittstelle – meine Selbstunsicherheit jemals vollkommen loszuwerden, halte ich für utopisch. Und von der ernähren sich beide, Eifersucht und Neid. Außerdem von Selbstüberschätzung. Aber dahinter steckt ja häufig ersteres. Oder der Dunning-Kruger-Effekt. Oder. 

 

Missgunst ist selbsterklärend und in der Regel gemein – aber nur teilweise ein Synonym für Neid, behaupte ich. Denn die Theorie, so etwas wie „positiven Neid“ gäbe es nicht, weil das „Bewunderung“ wäre, zweifle ich an. Der Zwischenraum ist mir zu groß. Darüber lässt sich bestimmt gut diskutieren. Was es aber ganz sicher gibt, ist Neid in verschieden starken Ausprägungen, mit verschiedenen Einschlüssen, sich auf verschiedenstes beziehend. Neid, der, wenn man ihn nicht aus Angst, etwas Verbotenes zu fühlen, wegschiebt, erhellend und positiv wirken kann. Neid, der eben nicht (nur) Missgunst bedeuten muss und (auch) Bewunderung enthalten kann. 

Als Synonym zu Missgunst jedenfalls funktioniert Neid so: Person E hat, was Person F auch haben will und F findet – ohne oder aus herbeifantasierten Gründen –, dass E Daswas nicht verdient hat. F glaubt, es ginge ihm besser, wenn er selbst Daswas hätte und E es verlieren würde. Dahinter steckt die Gier oder der Wunsch nach Bewunderung und Anerkennung, die F sich selbst gegenüber offenbar nicht aufbringen kann – was F entweder weiß (das wäre gut) oder nicht (das wäre weniger gut).

F müsste erkennen, dass der empfundene Neid nur als eine Art Türsteher fungiert, und hinter jener Tür türmen sich Unzufriedenheit oder Unzulänglichkeiten, die F sich eingestehen müsste, würde er es wagen, die Tür auch nur einen Spalt zu öffnen. Das Alles im Innern brodelnd macht F zornig. Für diesen Zorn macht F aber E verantwortlich. Und ja, dieses Verhältnis zu Neid, unreflektiert und blind, wirkt tatsächlich destruktiv und führt zu Konflikten, Stagnation und Bitterkeit. Das ist die Schlange, die einen von innen zerfrisst. So wird der Neidbegriff im allgemeinen abgefertigt. Eindimensional. Etwas, das es unbedingt zu vermeiden gilt. 

 

Blöd nur, dass Neid sich nicht vermeiden lässt. Er ist menschlich. Neid mag grundsätzlich ein negatives Gefühl sein, aber es wird regelrecht so getan, als würde man ihn nicht mehr los. Als wäre er nicht nur eine gefährliche  Schlange, sondern quasi die Medusa unter den negativen Gemütsregungen: bloß–nicht–hinsehen. Und das ist der große Irrtum beim Thema Neid. Der falsche Umgang damit. Wegschieben. Ignorieren.

Schlangen können bekanntlich auch für Transformation stehen, wenn sie „altes“ von sich streifen, indem sie sich an kantigen Objekten reiben. Das müssen sie tun, um wachsen zu können. Wagt man es also, dieses Du-weißt-schon-Was-Gefühl trotz Scham oder Angst genauer zu betrachten, zeigt sich möglicherweise, dass es nicht so radikal beschissen aussehen muss, wie eben beschrieben, oder dass es vielleicht so aussieht, aber gerade deswegen nicht verdrängt werden sollte. Dass aus ihm – ja wirklich! – wertvolle Antriebskraft hervorgehen kann, die genau da ansetzt, wo es wirklich piekst. 

 

Dann könnte sich die Situation vielleicht in diese Richtung entwickeln: F merkt und gesteht sich ein, dass nicht E das Problem ist, sondern ein Ungleichgewicht in ihm selbst herrscht. F stellt sich seiner Unzufriedenheit, beginnt vielleicht sogar zu überlegen, wie er sich selbst sinnvoll helfen oder trösten könnte, und sieht, dass weder die Situation, in der er auch Daswas auch bekäme, noch die, in der E Daswas verliert, dazu beitragen würde. F kann sich also Schritt für Schritt von seiner Missgunst verabschieden, sodass er sich irgendwann – auch, wenn es lange dauern mag – vielleicht sogar für E freuen kann. F könnte außerdem bewusst werden, dass E das Ganze vielleicht komplett anders sieht. Perspektiven. Fischli und Weiss fragen in „Findet mich das Glück?“ gekonnt: Warum geht es den anderen immer besser? Well ... 

 

Neid gibt es, seit es uns gibt, und besonders in nächster Nähe. Soll heißen, je „gleicher“ die Vergleichsperson, desto schneller entstehen Neidgefühle. Sehr vereinfacht, aber zutreffend und einleuchtend. F vergleicht sich eher mit E oder P als mit O oder 4 oder Birnen. Aber selbst innerhalb dieser Gleichheit bzw. Ähnlichkeit kann man unendlich unrealistische Vergleiche ziehen. Vergleiche, die gar nicht zu einem selbst passen, gar nicht auf das eigene Leben anwendbar wären – wie auch? 

So viele Vergleichsmöglichkeiten wie heute hatten wir noch nie. Wir öffnen das kleine bunte Icon als Fenster zur virtuellen Welt perfekter Fassaden et voilà … unendlicher Raum für wirre Verzerrungen. Dabei nehmen wir innerhalb unserer „Gleichheitsbubble“ trotzdem tendenziell Aufwärtsvergleiche vor, werten uns also permanent ab. Führen uns vor Augen, was wir nicht haben, aber andere. Wie wir nicht aussehen, aber andere. Was wir nicht können, aber andere. Wie konfus wir dabei vorgehen, wie irrelevant und unnütz das Ganze ist, wie viel wir außer Acht lassen und dass wir die Situation auf diese Weise auch in die falsche Richtung mitgestalten, merken wir kaum noch. Es ist unsinnig zu denken, dass dieser Vergleichsmarathon – natürlich auch im analogen Alltag – neidfrei abläuft. Und das ist, wie gesagt, auch gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass man in der Regel weder was damit macht, noch darüber spricht. Man sitzt nur vor diesem richtig schön undurchschaubaren Klumpen belastender Du-weißt-schon-was-Gefühle und brütet drauf rum. Und was da schlüpft ist nichts Gutes.

 

Neid auseinanderzuklamüsern kann höchst spannend sein und viel über einen selbst offenbaren. Natürlich auch und vielleicht sogar überwiegend Dinge, die unbequem sind und sich nicht zum Kokettieren eignen. Aber, kein Geheimnis: Vor allem da, wo es unbequem wird, kann man reparieren, aufarbeiten, Neues schaffen, Erkenntnis gewinnen. Denn natürlich liegt ein Großteil von dem, was ich gegenüber einem anderen Menschen empfinde, in mir selbst begründet. Zu- oder Abneigung, Anti- oder Sympathie, Freude oder Zorn. Was mich an dir stört, stört mich in Wahrheit auf irgendeine Weise an mir selbst oder passt nicht in mein Weltbild, wie wackelig das auch sein mag. Fragen, die man sich also stellen könnte: Woraus ist mein Neid gemacht? Was steckt dahinter? Bringe ich da vielleicht was durcheinander? Ist der Vergleich, den ich vornehme, in irgendeiner Weise realistisch und sinnvoll? Will ich wirklich das sein, können, haben, was ich da sehe oder glaube zu sehen? Oder will ich nur genauso (scheinbar) zufrieden sein wie der Mensch, mit dem ich mich vergleiche? Sich diese und ähnliche Fragen zu stellen kann hilfreich sein. Plus das Wissen, dass Neid sich selten, wahrscheinlich nie, wirklich gegen einen anderen Menschen richtet. Neid übermittelt eine Nachricht, die wir im Grunde schon kennen.

 

Der nächste Schritt wäre dann, sich in Gelassenheit zu üben und darüber nachzudenken, wie Unzufriedenheit und Ärger sich entschärfen lassen. Das gelingt meistens schon dadurch, dass man eben genau damit anfängt und Wege sucht – bestenfalls ohne ins Urteilen oder Grübeln abzudriften. Weiter nach links und rechts zu schielen kann dann hinderlich sein, es sei denn, man findet eine Technik, Vergleiche und Neidgefühle direkt in Inspiration und Triebkraft zu transformieren. Was das angeht kann man sich allerdings äußerst gut bescheißen, also Obacht. Auch möglich: Man merkt, dass das oben angesprochene Weltbild vielleicht hier und da überholungsbedürftig ist. Denn vielleicht habe ich allen Grund zufrieden zu sein, und brauche das „Mehr an irgendwas“, das ich neide, überhaupt nicht. Oder weniger davon, als ich dachte. Oder was völlig anderes. 

 

In meinem neuesten Fall von Neidgefühlen (, die mich zu diesem Text inspiriert haben!)  hat präzises Sezieren offengelegt: Sie bezogen sich auf ganz andere Dinge, als anfangs gedacht, nämlich sozusagen auf Dinge hinter den Dingen. Ich habe deutlich gemerkt, dass ich weder von jemandem abhängig, noch ewig Kind sein möchte. Dass ich froh darüber bin, auf eigenen Beinen zu stehen und mir das selbst erarbeitet zu haben, denn das schien lange unerreichbar. Dabei bin ich gewachsen und robuster geworden. Mein Blick hat sich geöffnet, weil ich mich außerhalb meiner Komfortzone bewegen musste und das habe ich lange Jahre vermieden. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich da ungefragt über einen Lebensentwurf geurteilt habe, der gar nicht zu meinem passt, und dass urteilen scheiße ist. Wie das passieren konnte? Durch zu viel Konzentration auf alles, was bei mir nicht so gut läuft bei gleichzeitiger Idealisierung eines anderen Lebens, das ständig Bewunderung einzufordern schien. 

Was mich wütend gemacht hat war in erster Linie Unverständnis gegenüber bestimmten Verhaltensweisen, nicht Neid. Diese Verhaltensweisen und Eigenschaften wiederum waren vor gar nicht langer Zeit auch Teile von mir, die ich nicht besonders gut leiden konnte – und ganz losgeworden bin ich sie noch nicht. Also: Auch Ärger über etwas, das mich an mir selbst stört. 

Natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn mir hier und da und dort auch mal einfach so eine Extraportion Glück aus heiterem Himmel zuflattern würde. Selbstverständlich ist die Vorstellung einer Art Rundum-Sicherheit irgendwie schön. Klar würde die Fähigkeit, alles Negative von mir fernzuhalten, einiges leichter machen. Aber ... „Extraportion Glück“ ist ein dehnbarer Begriff und ich bin ein chronischer Pessimist. Sicherheit gibt man sich am besten selbst – ist aber, was mich angeht, im Ernstfall jederzeit auch von außen gegeben. Und den Blick vor Negativität verschließen mag in kleinen Dosen sicher gut sein, ist als Grundeinstellung allerdings – für meinen Geschmack – zu naiv, hinderlich beim Aufbau von Resilienz und vielleicht sogar schwierig zu vereinbaren mit echter Empathie. 

Also: Alles gut. Alltägliches Drama entschwurbelt. Ein paar Schritte zurück und von dort aus auf die Sache gucken. Natürlich wird es in den seltesten Fällen so sein, dass Neidgefühle trotz Aufschlüsselung und Drehen und Wenden einfach verschwinden. An sich selbst arbeiten gehört nicht zu den Dingen, die sich von jetzt auf gleich erledigen lassen. Die Basis für einen ganzen Berufszweig. Und wenn wir schon in diesem Bereich sind: Sollte man feststellen, dass man tatsächlich reine, bitterböse Missgunst empfindet, Leid und Schlechtes wünscht, Intrigen spinnt – dann hat man möglicherweise ein Problem, das tiefer sitzt und professioneller Hilfe bedarf – und auch das ist keine Schande. 

 

Ich plädiere für mehr Offenheit. Also die ohne Wenns und Abers. Aktuell habe ich nämlich den Eindruck, jede*r spricht sich für Authentizität und Aufrichtigkeit und Toleranz und all diese toll klingenden, großen Worte aus. Aber eben nur, solange das Ganze nicht zu heikel wird. 

Schwierig.

Was ist mit den Gegenpolen? 

Neidbewältigung ist eine Art Arbeit gegen Missverständnisse innerhalb des eigenen Denkens. Fremd- und Selbstverarschungsprävention. Entegoisierung. Neid anzusprechen sollte nicht mehr schambesetzt sein. Insbesondere in Freundschaften, denn ja, um Himmels Willen – auch da gibt es Neid, so–what. Trotzdem muss man das Ganze nicht zu Grabe tragen. Versprochen. Man sollte so viel unbefangener über Neidgefühle sprechen können, um endlich zu sehen, dass jede*r sie kennt und sie nichts darüber aussagen, wie gut oder scheiße jemand ist, sondern maximal wie un/zufrieden mit sich selbst.

Dabei – wie immer – auch hier das oberste Gebot: Sachte. Denn – und das gerät schnell aus dem Blickfeld oder betritt es gar nicht erst – es kostet nicht nur Überwindung, Neidgefühle zu äußern, besonders dann, wenn ein Konflikt im Raum steht, es kann auch schmerzen zu hören, dass man beneidet wird. („Neid muss man sich verdienen” dämlichstes Sprichwort ever btw. Was ist das für ein Ziel?!) Beneidet zu werden legt nämlich nahe, dass man von nur einem Aspekt ausgehend beurteilt wird. Das grenzt schnell an Übergriffigkeit. Darüber kann und sollte man dann sprechen, wenn beide sich damit irgendwie arrangieren können. Denn Neid ist eine nebelige Angelegenheit und vielleicht ist der urteilende Aspekt der*demjenigen, die*der beneidet, nicht klar. Eigene Gedanken sind schnell auf andere projiziert. Idealerweise hilft der Austausch dabei, dem quängelnden Gefühl auf die Schliche zu kommen, sodass man es entwirren, entkräften, daran arbeiten und in andere, bestenfalls produktive Bahnen lenken kann. Natürlich wird das – weder allein noch zu zweit – kein fluffiges Flauschgespräch. 

Aus der Position des Beneideten ist Einfühlsamkeit wiederum genauso wichtig: Muss ich wirklich den heftigsten Show-Off-Modus fahren, wenn ich sehe, dass jemand um mich herum gerade rudert oder kann ich mich eine Weile von mir aus – in welchem Grad bestimmt die Situation – zurücknehmen, ohne, dass das bedeuten muss „Pah, also ne, jetzt hab ich aber das Gefühl, ich muss mich schlecht fühlen für das, was ich hab/kann/mache/bin!“. That’s Quark.

Im Zweifel: Fragen. Gegenseitig. Fragen sind super. Denn darauf folgen meistens Antworten, die sinnlos wabbelnden Gedankenpudding ersetzen. 

 

Let’s talk about Neid, Baby, let’s talk about you and me, let’s talk about all the good things and the bad things that may be …

(Hat sie das jetzt wirklich geschrieben?)

 

* Das Bild von Otto Dix war und ist ein wichtiges polistisches Statement. 

 

 

 

Envy ist außerdem eine super Band aus Japan <3 ...